Nicht alle Fremdwörter sind im Japanischen wiederzuerkennen, weil sie der Lautstruktur der Sprache angepasst wurden: doitsu < deutsch, ankéto < enquète (frz.), gurúpu < group (engl.), risuto < list (engl.), zenesuto < gene[ral] st[rike] (engl.). Schon mit diesen wenigen Beispielen wird deutlich, dass die japanische Sprache im Prinzip nur offene, also auf Vokal auslautende Silben kennt (der konsonantische Auslaut von "deutsch" wird daher mit einem dumpf klingenden u vokalisch geöffnet: doitsu), Konsonantengruppen nur im Inlaut und in sehr beschränkter Zusammensetzung duldet (weshalb sie in Fremdwörtern durch Stützvokale aufgelöst oder vereinfacht werden: gurúpu [gr], risuto [st], aber ankéto), dass die Sprache keinen l-Laut kennt und ihn in Fremdwörtern durch das japanische Zungenspitzen-r ersetzt (risuto < list) und schließlich, dass die Wörter hauptsächlich zwei- und dreisilbig sind - natürlich von unzähligen Zusammensetzungen abgesehen.

Die rein japanischen Wörter haben eine sehr einfache Form: yama (Berg), ie (Haus), onna (Frau), miru (sehen), kotoba (Wort), sakura (Kirsche). Hier herrschen die offene Silbe und der kurze Vokal vor. Lange Vokale, auslautende Nasale sowie Doppelkonsonanten an der Silbengrenze sind vornehmlich in sinojapanischen Wörtern anzutreffen: hon (Buch), ginkó (Bankhaus), byóki (Krankheit), kúkó (Flughafen), gakkó (Schule), hatten (Entwicklung).

Die Fremdartigkeit des Japanischen äußert sich deutlich in der Grammatik. Die Sprache kennt keine Flexion im Sinne europäischen Sprachen. Formenbildende Elemente werden daher den sinntragenden Wörtern nachgestellt, und zwar den nominalen Wörtern als Postpositionen (Präpositionen kennt das Japanische überhaupt nicht), den verbalen Wörtern als Suffixe an Basisformen: yama-no (des Berges), yama-wo (den Berg), yama-made (bis zum Berg), yama-kara (vom Berg her); yomu (lesen) - yonda (hat gelesen), miru (sehen) - mitaró (wird wohl gelesen haben), kau (kaufen) - kaitai (möchte kaufen).